Wenn ebber beim Essa recht glieschdig ond allweih voanadett isch ond von allem ebbas hau muaß, so sehd ma:

„Du bisch grad wia d'Hex vo Koradshofa!" 

D'Hex haud in Koradshofa sieba Jauhr lang beim a Baurahof in dr Höll hendderm Ofa g'hausd. Wenn ma's Essa auf da Diesch nag'schdellt haud, haud se sich jedsmaul a Nudl oder was sonscht no geah haud, aus dr Pfanna kollad. Aber a Hilf hauds koina geah. Endlich isch es em Baur z'debbad g'woara und er wolld sei Haus verkaufa. Er haud nau au bald ebbern g'fonda, der dees Haus hädd kaufa wellah, obwohl dr Baur eam gradaus g'sehd haud warom er s'Haus verkaufa wodd. Dr Kaifer sehd drauf, eam leg nix an dera Hex ond er wead scha mid´ra vedeh wera. Ma isch sich also oinig wora ond dr Baur haud sei Zuig auf da Karra beigad. Als alz dob war, haud dr Baur g'schria: „Ham mer alz?" – „Freilah", haud d'Hex g'schria, dia auf dr Lankwid g'hockt isch, „I bi scho dau!" Also hand se des Gschäft mea rückgängig g'macht ond der alde Zoara isch weider ganga. Nau hauds dr Baur bei alle Geischdliche ond Deiflsbanner versuacht, doch koinr haud eam helfa kenna. Endlich haud er oin g'fonda, der des banna ka ond der haud eam grauda, bschdimde Gebead zum verrichda ond drauf in des Hegschda Nama dreimill mid ra Ruad iber diea Höll zom schlaga. Dr Baur haud doa, wia ma eam g'heusa, doch als er zom dridda Maul zuschlaga wodd, haud d'Hex g'schria: „Bischt izt wirkle so muatig ond hausch mi no a maul?" Nau haud dr Ma d'Angschd backd ond er haud´s  dridde Maul sei lauh. Drauf isch dr Geuschterausdreibr seal ens Haus komma ond haud dia Hex verdrieba.

(ibersetzt in d Koradshofer Mondard hauds dr Joang vom Neima (dr Enklbuah vom Abbladone))

    So kun't ma se sich vorstella:

 

Ond nau d'Übersetzung fier alle die woas oba it verschandanda hand:

 

Die Hex von Konradshofen

Wenn jemand beim Essen recht gelüstig und immer vorndran ist und von allem etwas haben muss, so sagt man:

„Du bist grad wie die Hex von Konradshofen!" 

Die Hex wohnte in Konradshofen sieben Jahre lang in einem Bauernhaus und zwar in der Höll` hinterm Ofen. Wenn man das Essen auf dem Tische hatte, holte sie sich jedes Mal eine Nudel oder was es sonst gab, aus der Pfanne. Aber Abhilfe gab es keine. Endlich wurde der Bauer des Unfugs überdrüssig und wollte sein Haus verkaufen. Es fand sich auch bald ein Käufer, dem der Bauer unverhohlen sagte, warum er sein Haus verkaufen wolle. Der Käufer entgegnete, ihm läge nichts an der Hex, er werde mit ihr schon fertig werden. Man wurde also handelseinig und der Bauer lud seinen Hausrat auf den Wagen. Als aufgeladen war, rief der Bauer: „Haben wir alles?" – „Ja", schrie die Hex , die auf dem Langwied hockte, „ich bin schon da!" Also wurde der Handel wieder rückgängig gemacht und der alte Umtrieb ging weiter. Nun versuchte es der Bauer bei allen Geistlichen und Teufelsbannern, doch keiner konnte ihm helfen. Endlich fand er einen, der bannen konnte und riet, gewisse Gebete zu verrichten und hierauf in des Höchsten Namen dreimal mit einer Rute über die Höll zu schlagen. Der Bauer tat, wie ihm geheißen, doch als er zum dritten Mal zuschlagen wollte, schrie die Hex: „Bist du wirklich so keck und haust mich noch einmal?" Da packte den Mann die Angst und er unterließ den dritten Streich. Darauf kam der Geisterbeschwörer selbst ins Haus und vertrieb die Hexe.

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